Im Maßnahmenraum Nördliches Ried startete die WRRL-Beratung am 01.11.2013 mit dem Wasserverband Hessisches Ried als Maßnahmenträger.

 

Seit dem 01.01.2016 wird die WRRL-Beratung durch den Wasser-, Boden- und Landschaftspflegeverband Hessen durchgeführt.

Der Maßnahmenraum Nördliches Ried umfasst die Gemarkungen:

  • Allmendfeld
  • Astheim
  • Berkach
  • Biebesheim
  • Crumstadt
  • Dornberg
  • Dornheim
  • Erfelden
  • Geinsheim
  • Gernsheim
  • Goddelau
  • Groß-Gerau
  • Hessenaue
  • Klein-Rohrheim
  • Leeheim
  • Stockstadt
  • Trebur
  • Treburer Auen
  • Wallerstädten
  • Wolfskehlen
  • Kelsterbach    (ehemals "Mainterrassen")
  • Raunheim       (ehemals "Mainterrassen")
  • Haßloch          (ehemals "Mainterrassen")
  • Rüsselsheim   (ehemals "Mainterrassen")
  • Bischofsheim  (ehemals "Mainterrassen")
  • Ginsheim        (ehemals "Mainterrassen")
  • Bauschheim   (ehemals "Mainterrassen")
  • Königstädten  (ehemals "Mainterrassen")

Herbst-Nmin-Gehalte 2016 im Nördlichen Ried

Für den Maßnahmenraum (MR) Nördliches Ried wurden im Zeitraum vom 09.11 bis 23.11.2016 143 Flächen auf Herbst-Nmin beprobt und ausgewertet. Die Ergebnisse der Beprobung sind zusammen mit den jeweiligen Kulturen und Kulturgruppen in Abbildung 1 dargestellt. Der Gesamtmedian aller im Nördlichen Ried beprobten Flächen liegt mit 69 kg N/ha über dem Orientierungswert GW-Schutz.

Nur die Mediane nach Zuckerrüben und Körnerfenchel lagen mit 36 und 44 kg N/ha unter dem Orientierungswert GW-Schutz. Die Mediane nach Sommergerste, Sommergetreide und Sonstige (Blumen und Zierpflanzen, Blühfläche, Dauergrünland, Erdbeeren, Spargel und Stilllegung) lagen mit 55, 53 und 58 kg N/ha leicht über dem Orientierungswert. Nmin-Mediane mit über 100 kg N/ha wurden auf Flächen nach Hartweizen, Zwiebeln und Leguminosen mit 131, 124 und 111 kg N/ha gemessen. Die Spannbreite der gemessenen Nmin-Werte reichte von 15 kg N/ha nach Zuckerrüben bis 253 kg N/ha nach Winterweizen. Die höchsten gemessenen Nmin-Werte wurden mit 253, 211 und 230 kg N/ha nach Winterweizen, Wintergerste und Gemüse festgestellt. Die Böden dieser Flächen besitzen einen hohen Tonanteil und damit von Natur aus ein hohes Mineralisationspotential. Zudem werden diese seit vielen Jahren organisch gedüngt. Als Folge dieses Mineralisationsvermögens und der langjährigen organischen Düngung dieser Flächen, können, je nach Witterung erhöhte Nmin-Gehalte im Boden auftreten. In Zusammenarbeit mit den betreffenden Bewirtschaftern werden Strategien erarbeitet, um das Risiko erhöhter Nmin-Gehalte in der vegetationsfreien Zeit möglichst zu minimieren.


Abbildung 1 - Ergebnisse der Herbst-Nmin-Beprobung im Jahr 2016 im MR Nördliches Ried dargestellt als Median der Bodenschicht 0-90 cm (Summe der Mediane 0-30 cm, 30-60 cm und 60-90 cm), nach den jeweiligen Kulturen und Kulturgruppen. Die Minima und Maxima sind als Spannweiten dargestellt. Die Anzahl (n) der ausgewerteten Proben steht in den Balken. In den Kulturgruppen sind folgende Kulturen zusammengefasst:

Sonstige Getreide: Braugerste, Winterbraugerste, GPS-Getreide, Hafer, Sommerweizen, Triticale, Winterroggen;

Kräuter: Petersilie, Schnittlauch;

Sonstige: Blühfläche, Blumen und Zierpflanzen, Dauergrünland, Erdbeeren, Spargel, Stilllegung, Gemüse

In Abbildung 2 sind die Ergebnisse, unterteilt nach den Bodentiefen 0-30, 30-60 und 60-90 cm, dargestellt. Deutlich erkennbar befand sich über alle Kulturen gesehen im Zeitraum der Probenahme der größte Teil der Nmin-Menge in den beiden oberen Bodenschichten. Die Verteilung der Nmin-Mengen in den beiden oberen Schichten ist relativ gleichmäßig mit tendenziell höheren Nmin-Gehalten in der Schicht 0-30 cm. Nur nach Winterraps, Leguminosen und Körnerfenchel waren die Werte in der Bodenschicht 30-60 cm höher als in der darüber liegenden Bodenschicht. In der untersten Bodenschicht (60-90 cm) konnten über fast alle Kulturen hinweg vergleichsweise geringe Nmin-Gehalte ermittelt werden. Eine Nitratverlagerung in die auswaschungsgefährdete Bodenschicht 60-90cm konnte daher im Herbst nicht festgestellt werden.

Abbildung 2 - Ergebnisse der Herbst Nmin–Beprobung im Jahr 2016 im MR Nördliches Ried dargestellt als Mediane in den Tiefen 0-30, 30-60 und 60-90 cm nach den jeweiligen Kulturen und Kulturgruppen. Die Anzahl (n) der ausgewerteten Proben steht in den Balken. In den Kulturgruppen sind folgende Kulturen zusammengefasst:

Sonstige Getreide: Braugerste, Winterbraugerste, GPS-Getreide, Hafer, Sommerweizen, Triticale, Winterroggen;

Kräuter: Petersilie, Schnittlauch;

Sonstige: Blühfläche, Blumen und Zierpflanzen, Dauergrünland, Erdbeeren, Spargel, Stilllegung, Gemüse

Fazit

Generell wurden bei der Herbstbeprobung 2016 vergleichsweise hohe Rest-N-Gehalte gemessen. Die für viele Kulturen und Kulturgruppen verhältnismäßig hohen Rest-N-Gehalte könnten eine Folge der im Allgemeinen ungünstigen Witterungsbedingungen mit geringen Ernteerträgen und Nährstoffentzügen sein (Abbildung 3). Ähnlich hohe Rest-Nmin-Gehalte in den benachbarten WRRL-Maßnahmenräumen scheinen diese Vermutung zu bestätigen. Besonders nach Getreide und Raps wurden häufig hohe Nmin-Werte ermittelt. Die Kultur Zuckerrübe, die im Vergleich zu anderen Kulturen erst spät im Jahr geerntet wird, konnte vielerorts gute Ernteerträge mit hohen Nährstoffentzügen erzielen. Diese Tatsache spiegelt sich auch in den gemessenen niedrigen Herbst-Nmin-Werten wieder.

Nach fast allen Kulturen und Kulturgruppen lassen sich Ausreißer mit sehr hohen Nmin-Gehalten feststellen. Diese können größtenteils auf langjährig organisch gedüngten Flächen beobachtet werden. Einige Ausreißer lassen sich auch durch eine bereits vor der Nmin-Probenahme erfolgte Düngung für die Folgekultur erklären.

Bei der Betrachtung der Herbst-Nmin-Werte für das gesamte Hessische Ried und für die Maßnahmenräume Nördliches Ried, Südliches Ried und Bergstraße ließen sich zur Herbstbeprobung lediglich nach einzelnen Kulturen Anzeichen einer Verlagerung in tiefere Bodenschichten erkennen.

Im MR Riedsande mit überwiegend sandigen Standorten konnte bodenartbedingt eine beginnende Verlagerung nach fast allen Kulturen und Kulturgruppen dokumentiert werden.

Abbildung 3 - Menge und Verteilung der Niederschläge [mm/m²] und Verlauf der Temperaturen [°C], (2 m auf der Erdoberfläche) in den Jahren 2014, 2015 und 2016 an der Wetterstation Allmendfeld