N-Düngung im Herbst

Eine Stickstoffdüngung nach der Ernte der letzten Hauptfrucht ist nur zulässig, wenn ein N-Bedarf besteht. Laut Düngeverordnung muss dieser vor der Düngung durch eine N‑Düngebedarfsermittlung nachgewiesen werden. Zudem ist eine N-Düngung nur für bestimmte Fruchtfolgen erlaubt.

Bei folgenden Vorfrüchten (Erntefrucht 2018) besteht grundsätzlich KEIN Düngebedarf:

  • Mais,
  • Zuckerrüben,
  • Raps,
  • Kartoffeln,
  • Feldgemüse oder
  • Leguminosen

 

Eine N-Düngung ist nur zu folgenden Kulturen zulässig:

Kultur

Aussaattermin

Düngung

Zwischenfrüchte

bis 15. September

bis 1. Oktober

Winterraps

bis 15. September

bis 1. Oktober

Wintergerste nur  nach Getreidevorfrucht

bis 1. Oktober

bis 1. Oktober

Feldfutter

bis 15. September

bis 1. Oktober

Grünland, mehrjähriges Feldfutter

bis 15. Mai

bis 1. November

Gemüse, Erdbeeren, Beerenobst

 

bis 1. Dezember

 

Maximale Düngemenge:

Maximal dürfen 60 kg Gesamtstickstoff pro Hektar oder 30 kg Ammoniumstickstoff pro Hektar ausgebracht werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind Gemüse- und Beerenobstkulturen sowie Erdbeeren und Grünland.

Für die Ausbringung von Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Komposten gilt die oben genannte maximale Düngemenge (60/30-Regelung) nicht. Die ausgebrachte N-Menge muss aber für die (folgende) Kultur berücksichtigt und dokumentiert werden.

 

Nachernte-Nmin-Werte:

Im Rahmen der WRRL-Beratung im Hessischen Ried wurden einige Nachernte-Nmin-Werte nach Winterweizen ermittelt.

Für einige Gemarkungen und Bodenarten liegen somit Nmin-Bodenprobenergebnisse nach Winterweizen vor, die als Referenzwerte für die N-Düngebedarfsermittlung im Herbst verwendet werden können.

Die Ergebnisse können bei uns telefonisch oder per Mail angefragt werden.

 

P-Düngung

Für Flächen auf denen mehr als 30 kg/ha Phosphat im Jahr ausgebracht werden (z.B. durch organische Düngung), muss eine P‑Düngebedarfsermittlung erstellt werden.

Auf Schlägen in den Boden-Gehaltsstufen D und E darf die Kultur maximal bis in Höhe des P-Entzuges gedüngt werden. Der P-Bedarf kann ggf. auch über eine dreijährige Fruchtfolge ermittelt werden.


-> P-Entzugswerte für die Düngebedarfsermittlung können bei uns angefragt werden.

Bodenbearbeitungsgeräte für die effektive Einarbeitung von
Ernteresten oder Zwischenfrüchten

Mittwoch, 01.08.2018 um 14:00 Uhr
 
Betrieb Schwab
Rheinstraße 116, Pfungstadt

Das optimale Nacherntemanagement ist wichtig für eine gute Feldhygiene. Die mechanische Stoppel-bearbeitung mit möglichst geringem Bodeneingriff und niedrigem Energieaufwand, gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung.
An diesem Feldtag wurden daher aktuelle Bodenbearbeitungsgeräte demonstriert und Möglichkeiten vorgestellt, wie Erntereste oder auch Zwischenfrüchte effektiv und grundwasserschutzorientiert eingearbeitet werden können.
Bei einer Technikvorführung auf einer abgeernteten Raps- und Getreidefläche standen für Fragen rund um die Bodenbearbeitungsgeräte Vertreter der Firmen Kerner und Väderstad, sowie des Maschinen-, Boden- und Landschaftspflegeverbands Südhessen (MBLV), des Beregnungs-, Boden- und Landschafts-pflegeverbands Hofheim (BBLV) und der WRRL-Beratung des WBL vor Ort zur Verfügung.
Vorgeführt wurden unter anderem die X-CUT SOLO von Kerner, die Carrier Scheibenegge mit CrossCutter Scheiben von Väderstad, die MaxiRoll mit Messerwalze von Dalbo und die Kelly-Kettenscheibenegge.

Ihre Ansprechpartner für die Veranstaltung:
Hans-Georg Becker (Telefon: 06155/8281 653)
Matthias Schwaiger (Telefon: 06155/8281 651)
 


Die Gebietskulisse der WRRL des Hessischen Rieds ist um das Gebiet rund um Rüsselsheim erweitert worden.
Der WBL Hessen hat diesen Beratungsauftrag, der das Beratungsgebiet „Hessisches Ried“ nach Norden abrundet, seit 01.01.2018 übernommen.
Südliches Ried, Bergstraße, Riedsande und Nördliches Ried werden Richtung Norden mit dem Beratungsgebiet „Mainterrassen“ erweitert. Insgesamt 2.300 ha sind neu hinzugekommen.

Diese Gemarkungen zwischen Bischofsheim und Kelsterbach sind hochinteressant, so die WRRL-Beraterin Rebekka Schaupmeier. Wechselnde Böden und eine enorme Vielfalt von Kulturen, fordern die Beratung besonders heraus.

Die Landwirte im Gebiet, allesamt Spezialisten in ihren Bereichen, diskutieren zur Eröffnungsveranstaltung. „Warum ist das Gebiet rot eingezeichnet?“, „Welche Brunnen werden gemessen?“ und „Wo ist die Transparenz der Probenahme und deren Ergebnisse?“.
Frau Dr. Schneider (Regierungspräsidium Darmstadt) stellte sich den Fragen der Landwirte. Sie unterrichtete in ihrem Vortrag über die Gründe, die dazu geführt haben, dass in diesem Gebiet nun die „Intensivberatung“ angeboten wird.

         Was leistet die WRRL-Beratung für die Landwirte?
         1.) N-min Proben im Herbst und Frühjahr
         2.) Vegetationsbegleitende Maßnahmen
               - Chlorophyllmessungen
               - Pflanzensaftmessungen (Nitrachek) mit entsprechenden Düngeempfehlungen
               - Bodenstickstoffmessungen mit Nitrachek
         3.) Unterstützung beim Einstellen von Düngestreuern, Überprüfen der Querverteilung,
              Überprüfen der Ausbringmengen

         4.) Erstellen einer Düngeempfehlung und Hoftorbilanz
         5.) Beratung beim Zwischenfruchtanbau
         6.) Rapswaage
         7.) Analysen von Wirtschaftsdüngern
         8.) Infoveranstaltungen und Feldrundfahrten

Das gesamte Angebot ist kostenlos.

Das Team mit Rebekka Schaupmeier, Matthias Schwaiger, Zaur Jumshudov, Hans-Georg Becker und Daniel Bohnacker stehen den Landwirten bei allen Fragen rund um die Düngung zur Seite.

Ulrich Feißel, Grundberater WRRL beim LLH in Hessens Süden, stellte zur Eröffnungs-veranstaltung das Angebot des LLH vor. Diese Grundberatung können alle Betriebe, auch die außerhalb der WRRL-Beratungsgebiete in Anspruch nehmen.


Eine rege Diskussion begleitete die Veranstaltung.

Stand 09.03.2018

Falls es für Ihre Kulturfolge noch keine Referenzwerte gibt, können vorerst auch die Orientierungswerte aus der WRRL-Beratung verwendet werden, diese müssen jedoch korrigiert werden, sobald Referenzwerte für die Kulturfolge verfügbar sind.

Nmin-Referenzwerte nach Kulturfolge für die Düngebedarfsermittlung:

 

Kultur 2018

Vorfrucht (Kultur 2017)

Anzahl

0-30 cm

30-60 cm

60-90 cm

Summe 0-90 cm

Winterweizen

Winterweizen

22

16

14

13

43

Winterweizen

Winterraps

12

22

14

18

54

Winterweizen

Sommergerste

3

16

14

12

42

Winterweizen

Zuckerrübe

22

23

16

12

51

Winterweizen

Mais

18

18

15

16

49

Winterweizen

Zwiebel

9

24

22

19

65

Winterweizen

Kartoffeln

7

13

13

15

41

Winterweizen

Buschbohnen

3

25

43

43

111

Wintergerste

Winterweizen

15

17

10

7

34

Wintergerste

Wintergerste

7

10

9

7

26

Wintergerste

Winterraps

5

10

9

5

24

Wintergerste

Zwiebel

3

14

12

9

35

Winterroggen

Winterroggen

3

6

4

4

14

Winterraps

Winterweizen

6

18

9

9

36

Winterraps

Winterroggen

3

6

4

4

14

Winterraps

Wintergerste

5

10

7

5

22

Sommergerste

Winterweizen

5

32

23

29

84

Sommergerste

Zuckerrübe

6

16

15

12

43

Zuckerrübe

Winterweizen

32

24

20

17

61

Zuckerrübe

Wintergerste

12

27

21

25

73

Mais

Winterweizen

7

17

11

6

34

Kartoffeln

Winterweizen

9

16

14

15

45

Kartoffeln

Wintergerste

3

14

14

14

42

Schnittlauch

Schnittlauch

3

18

14

14

46

Dauergrünland

Dauergrünland

5

8

5

4

17


Nmin-Orientierungswerte nach Erntefrucht 2017:

 

Kultur 2017

Anzahl

0-30 cm

30-60 cm

60-90 cm

Summe    0-90 cm

Winterweizen

110

20

14

13

47

Winterhartweizen

3

23

21

12

56

Wintergerste

37

17

14

10

41

Winterroggen

8

6

4

4

14

Sommergerste

14

17

15

9

41

Sonstige Getreide

7

23

21

26

70

Winterraps

17

21

12

13

46

Zuckerrübe

33

23

16

12

51

Mais

26

17

12

12

41

Kartoffeln

17

16

11

15

42

Zwiebel

15

20

18

19

57

Spargel

4

18

16

14

48

Buschbohnen

6

21

33

38

92

Küchenkräuter

4

16

12

10

38

Gemüse

12

21

17

15

53

Grünland

7

8

5

4

17

Gesamt

341

19

14

12

45


Die Orientierungswerte beziehen sich auf die jeweilige Vorkultur. 

In den Tabellen sind die Mediane für die Bodenschichten angegeben.

 

Für Fragen steht Ihnen das Team der WRRL-Beratung gerne zur Verfügung.

Hier finden Sie die PDF-Version zum Ausdrucken: 

In unserem Beratungsrundbrief möchten wir Ihnen die wichtigsten Änderungen für das laufende Jahr und insbesondere für die anstehende Frühjahrsdüngung mit Stickstoff und Phosphat erläutern und Ihnen einen kurzen Überblick geben, was Sie für Ihre Düngebedarfsermittlung berücksichtigen müssen.

Zum Rundbrief gelangen Sie hier:

Excelrechner und Vorlagen zur Düngebedarfsermittlung des LLH:

https://www.llh.hessen.de/pflanze/boden-und-duengung/duengeverordnung/duengebedarfsermittlung-fruehjahr-2018/

 

Die neue Düngeverordnung auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft:

https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Pflanzenbau/Ackerbau/_Texte/Duengung.html

 

Die neue Düngeverordnung – Der Gesetzestext:

https://www.gesetze-im-internet.de/d_v_2017/D%C3%BCV.pdf

Vorlagen und Erläuterungen zur Düngebedarfsermittlung im Gemüsebau des LLH:

https://www.llh.hessen.de/pflanze/gemuesebau-und-kraeuter/duengebedarfsermittlung-im-gemuesebau/

 

Die Getreideernte ist in vollem Gange und die Vorbereitungen für die Folgekultur laufen bereits. Mit Inkrafttreten der neuen Düngeverordnung am 02.06.2017 können sich für die Folgekultur Änderungen für die Bewirtschaftung ergeben.  Mit unserem Rundbrief (einsehbar über die Rubrik ´Downloads´) möchten wir Sie über die wichtigsten Neuerungen informieren!