Einladung

zur Feldbegehung mit Besichtigung von Bodenprofilen

 

am Freitag den 22.03.2019 um 14 Uhr
(Dauer ca. 2 Stunden)
 
Treffpunkt: Bensheimer Hof, zwischen Leeheim und Erfelden
 (Anfahrtsskizze siehe unten)
 
Anhand von zwei Bodenprofilgruben in der Gemarkung Leeheim werden die Eigenschaften und besonderen Merkmale unterschiedlicher Böden und Möglichkeiten einer angepassten Bewirtschaftung vorgestellt.
 
Referenten: Herr Dr. Keil (Oberfinanzdirektion Frankfurt), Herr Feißel (LLH) und die WRRL-Berater vom Wasser-, Boden- und Landschaftspflegeverband Hessen.
 
 Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme mit interessanten Gesprächen!
 
Mit freundlichen Grüßen
Ihr WRRL-Team
 
Für Fragen zur Veranstaltung steht Ihnen Frau Rebekka Schaupmeier (Telefon: 06155‑8281 652)
gerne zur Verfügung.

 
Die Anfahrtsskizze finden Sie hier:  

Frühjahr 2019: Nmin-Werte, Düngebedarfsermittlung und Wirtschaftsdüngeranalysen

Den aktuellen Beratungsrundbrief mit den Nmin-Werten, den Ergebnissen der Wirtschaftsdüngeranalysen aus der WRRL Beratung sowie den Nmin-Referenz- und Orientierungswerten aus dem Hessischen Ried können Sie sich hier herunterladen (siehe unten)

 

Frühjahrs-Nmin-Werte 2019:

Die Nmin-Werte aus der Frühjahrsbeprobung der WRRL-Flächen zeigen, dass oftmals noch relativ viel Stickstoff im Boden vorhanden ist (Abbildung 1). Somit steht den Kulturen aktuell noch ein Großteil des im Herbst gemessenen Stickstoffs zur Verfügung.

Abbildung 1: Mediane der Frühjahrs-Nmin-Gehalte 2019 im Hessischen Ried in den einzelnen

Bodenschichten unter den Erntefrüchten 2018 (Stand 04.03.2019)

 

Die Ergebnisse aus der WRRL-Frühjahrsbeprobung können als Nmin-Referenzwerte für das Hessische Ried für die Düngebedarfsermittlung verwendet werden. 

Wirtschaftsdüngeranalysen:

Für eine optimale, bedarfsgerechte und grundwasserschonenden Düngung ist die Kenntnis über die genaue Zusammensetzung Ihrer Wirtschaftsdünger vorteilhaft. Wie bieten Ihnen daher an, diese für Sie kostenlos analysieren zu lassen. Die Analysenergebnisse können Sie für die Anrechnung Ihrer organischen Düngung in der Düngebedarfsermittlung verwenden.

Bei Interesse an einer Wirtschaftsdüngeranalyse können Sie uns gerne kontaktieren.

Stand 04.03.2019

Falls es für Ihre Kulturfolge noch keine Referenzwerte gibt, können vorerst auch die Orientierungswerte aus der WRRL-Beratung verwendet werden, diese müssen jedoch korrigiert werden, sobald Referenzwerte für die Kulturfolge verfügbar sind.

 

Nmin-Referenzwerte nach Kulturfolge für die Düngebedarfsermittlung:

 

Kultur 2019

Vorfrucht (Kultur 2018)

Anzahl

0-30 cm

30-60 cm

60-90 cm

Summe 0-90 cm

Winterweizen

Winterweizen

30

30

40

33

102

Winterweizen

Sommergerste

3

25

51

32

108

Winterweizen

Winterraps

12

20

38

32

90

Winterweizen

Zuckerrübe

44

26

22

15

63

Winterweizen

Mais

12

25

25

29

79

Winterweizen

Mais *org.

3

32

69

57

158

Winterweizen

Zwiebel

7

23

49

54

126

Winterweizen

Kartoffeln

11

23

30

24

77

Wintergerste

Winterweizen

10

22

25

25

72

Wintergerste

Wintergerste

13

14

15

11

40

Wintergerste

Sommergerste

4

14

18

18

50

Wintergerste

Winterraps

7

23

25

13

61

Wintergerste

Zuckerrübe

4

27

23

17

67

Wintergerste

Mais

5

18

27

44

89

Wintergerste

Kartoffeln

4

30

46

37

112

Winterroggen

Winterroggen

3

13

9

23

45

Winterroggen

Winterraps

4

6

4

9

19

Winterraps

Wintergerste

3

18

8

12

38

Sommergerste

Winterweizen

6

14

23

21

58

Zuckerrübe

Winterweizen

14

40

39

31

109

Zuckerrübe

Wintergerste

13

22

34

28

84

Zuckerrübe

Sommergerste

-

-

-

-

-

Zuckerrübe

Mais

-

-

-

-

-

Mais

Winterweizen

8

23

24

30

77

Mais

Wintergerste

-

-

-

-

-

Mais

Mais

5

27

35

21

83

Kartoffeln

Winterweizen

-

-

-

-

-

Soja

Winterweizen

-

-

-

-

-

Zwiebel

Winterweizen

5

30

42

25

97

Spargel

Spargel

4

23

39

29

91

Dauergrünland

Dauergrünland

4

20

20

34

74

*(Nmin-Referenzwerte von organisch gedüngten Flächen)

Nmin-Orientierungswerte nach Erntefrucht 2018:

 

Kultur 2018

Anzahl

0-30 cm

30-60 cm

60-90 cm

Summe

0-90 cm

Winterweizen

93

28

34

29

91

Wintergerste

39

21

26

20

67

Winterroggen

4

8

10

18

35

Sommergerste

11

36

30

20

86

Sonstige Getreide

9

40

38

23

101

Winterraps

26

19

23

20

61

Zuckerrübe

53

26

22

16

64

Mais

34

23

26

27

75

Kartoffeln

23

23

31

32

86

Zwiebeln

11

22

38

36

96

Spargel

4

23

39

29

91

Gemüse

14

23

34

34

91

Kräuter

6

36

31

32

99

Rollrasen

5

6

20

12

38

Gesamt

332

23

31

25

78

 

Die Orientierungswerte beziehen sich auf die jeweilige Vorkultur. 

In den Tabellen sind die Mediane für die Bodenschichten angegeben.

 

Für Fragen steht Ihnen das Team der WRRL-Beratung gerne zur Verfügung.


Hier erhalten Sie die pdf-Version zum Ausdrucken:

Die Herbst-Nmin-Beprobung 2018 im Hessischen Ried fand im Zeitraum vom 07.11. bis 20.12.2018 statt. Insgesamt wurden 522 Flächen durch die Firma BOLAP GmbH beprobt. In der Abbildung sind die Herbst-Nmin-Ergebnisse für das Hessische Ried in 0‑60 cm Bodentiefe für die einzelnen Haupterntefrüchte oder Kulturgruppen als Mediane in den Bodenschichten 0-30 cm und 30-60 cm dargestellt. Durch die ausgeprägte Sommertrockenheit war eine Beprobung der Bodenschicht 60-90 cm auf vielen Dauerbeobachtungsflächen nicht möglich. In Folge dessen reicht die Datengrundlage nur für die Darstellung der Herbst-Nmin Gehalte in den Bodenschichten 0-60 cm aus.

Abbildung: Ergebnisse der Herbst-Nmin-Beprobung im Jahr 2018 im gesamten Hessischen Ried dargestellt als Mediane in den Tiefen 0-30 cm und 30-60 cm nach den jeweiligen Kulturen und Kulturgruppen. Die Anzahl (n) der ausgewerteten Proben steht in den Balken. In den Kulturgruppen sind folgende Kulturen zusammengefasst:

 

Wintergetreide: Triticale, Winterhartweizen, Winterhafer;

Sommergetreide: Sommerweizen, Sommerhafer, Sommerhartweizen, Sommerroggen;

Gemüse: Buschbohnen, Gemüsebohnen, Gemüseerbsen, Möhren, Salate, Spinat, Kohlarten, Lauch, Knollensellerie;

Kräuter: Petersilie, Schnittlauch, Dill;

Heil- und Gewürzpflanzen: Körnerfenchel, Pfefferminze;

Sonstige: Brache, Stilllegung, Blühfläche, Grassamenvermehrung, Energiepflanzen, Erdbeeren, Zuckermais;


Der Gesamtmedian aller ausgewerteten Flächen im Hessischen Ried in 0-60 cm Bodentiefe liegt bei 73 kg N/ha. Dieser vergleichsweise erhöhte Wert kann verschiedene Ursachen haben. Als eine Ursache kann die langanhaltende Trockenheit aufgeführt werden. Viele Kulturen litten an Wassermangel der geringe Ernteerträge und somit in einen geringeren Stickstoffentzug zur Folge hatte. Darüber hinaus kam es während des trockenen Sommers zu einem N-Mineralisationsstau im Boden. Mit Einsetzen der Herbstniederschläge bei gleichzeitig warmen Böden konnte eine erhöhte N-Mineralisationsleistung im Herbst beobachtet werden. Der mineralisierte N konnte auf vielen Flächen nicht mehr vollständig durch eine folgende Winterung oder durch eine Zwischenfrucht aufgenommen werden. Generell erwies es sich wegen der Trockenheit als schwierig, nach der Ernte der Hauptfrucht eine Zwischenfrucht zur Senkung der Herbst-Nmin-Gehalte zu etablieren.

Der niedrigste Median wurde mit 23 kg N/ha unter Rollrasen ermittelt. Bei lediglich fünf beprobten Flächen ist dieser Wert aber nur bedingt aussagekräftig. Die beprobten Flächen nach Zuckerrüben weisen kulturartbedingt wie schon in den letzten Jahren mit 33 kg N/ha ebenfalls einen sehr niedrigen mittleren Herbst-Nmin-Wert auf. Die höchsten Mediane wurden mit 125 kg N/ha nach Zwiebeln, nach Winterraps mit 119 kg N/ha und mit 107 kg N/ha unter Spargel gemessen.

Die Höhe und der Zeitpunkt der Düngung zu Spargel hängen unter anderem vom Standjahr der Anlage ab. Zu Spargelneuanlagen kommt meist eine Düngung mit Kompost oder Champost zur Bodenverbesserung zum Einsatz. Durch die hohe Kompostgabe zu Beginn der Dauerkultur, kann über die folgenden Jahre Stickstoff aus der organischen Düngung mineralisiert werden.

Es lässt sich erkennen, dass bei allen Kulturen und Kulturgruppen der überwiegende Teil des Stickstoffs in der obersten Bodenschicht gemessen wurde. Über alle Kulturen gesehen befanden sich in der obersten Bodenschicht 67 % des gemessenen Stickstoffs. Folglich konnten lediglich 33 % des Stickstoffs in der Bodenschicht 30-60 cm festgestellt werden. Bei einzelnen Flächen konnte jedoch bereits eine Verlagerung des Nmin aus der obersten Bodenschicht in tiefere Schichten beobachtet werden.

N-Düngung im Herbst

Eine Stickstoffdüngung nach der Ernte der letzten Hauptfrucht ist nur zulässig, wenn ein N-Bedarf besteht. Laut Düngeverordnung muss dieser vor der Düngung durch eine N‑Düngebedarfsermittlung nachgewiesen werden. Zudem ist eine N-Düngung nur für bestimmte Fruchtfolgen erlaubt.

Bei folgenden Vorfrüchten (Erntefrucht 2018) besteht grundsätzlich KEIN Düngebedarf:

  • Mais,
  • Zuckerrüben,
  • Raps,
  • Kartoffeln,
  • Feldgemüse oder
  • Leguminosen

 

Eine N-Düngung ist nur zu folgenden Kulturen zulässig:

Kultur

Aussaattermin

Düngung

Zwischenfrüchte

bis 15. September

bis 1. Oktober

Winterraps

bis 15. September

bis 1. Oktober

Wintergerste nur  nach Getreidevorfrucht

bis 1. Oktober

bis 1. Oktober

Feldfutter

bis 15. September

bis 1. Oktober

Grünland, mehrjähriges Feldfutter

bis 15. Mai

bis 1. November

Gemüse, Erdbeeren, Beerenobst

 

bis 1. Dezember

 

Maximale Düngemenge:

Maximal dürfen 60 kg Gesamtstickstoff pro Hektar oder 30 kg Ammoniumstickstoff pro Hektar ausgebracht werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind Gemüse- und Beerenobstkulturen sowie Erdbeeren und Grünland.

Für die Ausbringung von Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Komposten gilt die oben genannte maximale Düngemenge (60/30-Regelung) nicht. Die ausgebrachte N-Menge muss aber für die (folgende) Kultur berücksichtigt und dokumentiert werden.

 

Nachernte-Nmin-Werte:

Im Rahmen der WRRL-Beratung im Hessischen Ried wurden einige Nachernte-Nmin-Werte nach Winterweizen ermittelt.

Für einige Gemarkungen und Bodenarten liegen somit Nmin-Bodenprobenergebnisse nach Winterweizen vor, die als Referenzwerte für die N-Düngebedarfsermittlung im Herbst verwendet werden können.

Die Ergebnisse können bei uns telefonisch oder per Mail angefragt werden.

 

P-Düngung

Für Flächen auf denen mehr als 30 kg/ha Phosphat im Jahr ausgebracht werden (z.B. durch organische Düngung), muss eine P‑Düngebedarfsermittlung erstellt werden.

Auf Schlägen in den Boden-Gehaltsstufen D und E darf die Kultur maximal bis in Höhe des P-Entzuges gedüngt werden. Der P-Bedarf kann ggf. auch über eine dreijährige Fruchtfolge ermittelt werden.


-> P-Entzugswerte für die Düngebedarfsermittlung können bei uns angefragt werden.

In unserem Beratungsrundbrief möchten wir Ihnen die wichtigsten Änderungen für das laufende Jahr und insbesondere für die anstehende Frühjahrsdüngung mit Stickstoff und Phosphat erläutern und Ihnen einen kurzen Überblick geben, was Sie für Ihre Düngebedarfsermittlung berücksichtigen müssen.

Zum Rundbrief gelangen Sie hier:

Excelrechner und Vorlagen zur Düngebedarfsermittlung des LLH:

https://www.llh.hessen.de/pflanze/boden-und-duengung/duengeverordnung/duengebedarfsermittlung-fruehjahr-2018/

 

Die neue Düngeverordnung auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft:

https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Pflanzenbau/Ackerbau/_Texte/Duengung.html

 

Die neue Düngeverordnung – Der Gesetzestext:

https://www.gesetze-im-internet.de/d_v_2017/D%C3%BCV.pdf

Vorlagen und Erläuterungen zur Düngebedarfsermittlung im Gemüsebau des LLH:

https://www.llh.hessen.de/pflanze/gemuesebau-und-kraeuter/duengebedarfsermittlung-im-gemuesebau/

 

Die Getreideernte ist in vollem Gange und die Vorbereitungen für die Folgekultur laufen bereits. Mit Inkrafttreten der neuen Düngeverordnung am 02.06.2017 können sich für die Folgekultur Änderungen für die Bewirtschaftung ergeben.  Mit unserem Rundbrief (einsehbar über die Rubrik ´Downloads´) möchten wir Sie über die wichtigsten Neuerungen informieren!